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Am 10. April findet am Flughafen Zürich das 4. Schweizer Aviatik Symposium statt.

Die Schweizer Fluglotsen sorgen tagtäglich dafür, dass tausende von Passagieren sicher von A nach B fliegen können. Doch die Situation der Fluglotsen ist angespannt. In den nächsten Wochen oder Monaten erwartet Aerocontrol, der grösste Fluglotsenverband der Schweiz, das erste rechtskräftige Urteil wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs gegen einen Fluglotsen. Eine Verurteilung würde die Grundlagen der Flugsicherung in der Schweiz in Frage stellen. Dies hätte möglicherweise einschneidende Folgen für den Flugverkehr.

Öffentlicher Verkehr, Medizin, Petrochemie oder Nukleartechnologie sind nur einige Bereiche, in denen Missverständnisse oder rückblickend falsche Entscheidungen zu dramatischen Folgen führen können. Dennoch werden diese Aufgaben bewusst nicht Maschinen anvertraut, da in diesen sensiblen Bereichen, zu denen auch die Aviatik zählt, der Mensch mit seinen spezifischen Fähigkeiten überlegen ist.

Bewährter Just-Culture-Ansatz gefährdet

Zur Unterstützung der Personen, die in der Aviatik tätig sind und um das System Luftfahrt laufend und nachhaltig sicherer zu machen, wurde seit Ende der neunziger Jahre international sukzessive die sogenannte «Just Culture» eingeführt. Dabei handelt es sich um ein Meldewesen für Vorfälle jeglicher Art, das unter gewissen Voraussetzungen Straffreiheit, jedoch keine Immunität garantiert. Hiermit sollen in der Aviatik tätige Personen dazu ermutigt werden, eigene Fehler sowie selbst beobachtete Vorkommnisse transparent und proaktiv zu melden. Ziel ist es, aus begangenen Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen und dadurch die Sicherheit in der Luftfahrt laufend weiter zu erhöhen. Dieses System hat sich sehr bewährt und trägt wesentlich dazu bei, dass die Sicherheit in der Luftfahrt das heutige sehr hohe Niveau erreichen konnte.

Dieses bewährte System der Sicherheitserhöhung ist durch die jüngsten Gerichtsentscheide gegen Fluglotsen leider gefährdet. Wer diese Gerichtsentscheide analysiert kommt zum Ergebnis, dass im Bereich des öffentlichen Verkehrs vom Gesetzgeber und der Gerichtsbarkeit eine absolute Nullfehlertoleranz gefordert wird.

Unter dieser Prämisse werden unter anderem folgende Referenten und Teilnehmer an der Podiumsdiskussion anwesend sein:

– Daniel Knecht, SUST – Bereichsleiter Aviatik
– Marc Keusch, BAZL – Leiter Safety & Risk Management
– Klaus Affholderbach, Geschäftsleitung skyguide – Safety, Security, Quality
– Philipp Spörli, SWISS – Head of Flight Safety
– Martin Candinas, Nationalrat – Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen
– Rolf Jäger, Leitender Staatsanwalt
– Olivier Bertschy, Staatsanwalt – Leiter Zweigstelle Flughafen und Gruppe Flugunfälle/-sicherheit
– Philip Bärtschi, Rechtsanwalt
– Judith Schmitz, EUROCONTROL – Head of Legal Service
– Hubert Giger, VSLF – Präsident Verband Schweizer Lokführer und Anwärter

Wir freuen uns, dass so viele wichtige Akteure ihre Teilnahme zugesagt haben. Mehr Informationen und das Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage www.aviatiksymposium.ch.

Medienmitteilung Einladung Aviatiksymposium

Aerocontrol Switzerland
Medienstelle
Marianne Iklé
e-Mail medien@aerocontrol.ch
Tel: +41 79 619 08 58